Pressefoto Harald Grill © Georg Willmerdinger

 

Harald Grill / Stimmen zu seinen Werken

 
Sein Mißtrauen gegenüber den Wörtern, die von denen mißbraucht werden, die ihre Macht betonieren, ist aber der Grund, der ihn treibt zu schreiben: Wenn die Zukunft sicher, ein humanes Weiterleben möglich ist, kann man schweigen, ohne zu resignieren. Aber heute muß man reden trotz der Wortfallen und Moden ringsum, und wenn es dann noch eine Art hat wie bei Harald Grill, kann man auch zuhören, ohne immer nur deprimiert nicken zu müssen.
Roderich Feldes in: SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

Viele Menschen schreiben, weil sie um Fassung ringen; aber sie sind keine Dichter. Um Mißverständnissen vorzubeugen: Dichter sein ist kein Verdienst. Dichter sein heißt zuerst einmal nur in einer bestimmten Art bildhaft zu denken, Wirklichkeiten miteinander verknüpft zu sehen, die bis dahin niemand miteinander verknüpft gesehen hat. Harald Grill ist einer, der um Fassung ringt und deshalb schreiben muß, und der dichterisch denkt.
Reiner Kunze in: ZDF / ASPEKTE

Vom Einfachen zu handeln, ist meistens das Schwerste.EINFACH LEBEN - dieser Titel ist anspruchsvoll, außerdem ist er doppeldeutig, es kommt darauf an, ob man ihn als Beschreibung oder Appell versteht, und es kommt darauf an, welches Wort man betont: einfach leben - bescheidener, frei von ausgeredeten Bedürfnissen, auf das Wesentliche bedacht - oder: "einfach leben" - unbekümmert(er), frei von ausgeredeten Rücksichtnahmen, mutiger. Wollte man bei den Lesarten folgen, geriete man unweigerlich in Widersprüche, aber gerade um diese Widersprüche geht es Harald Grill.
Benedikt Gondolf über "einfach leben" in: RHEINISCHER MERKUR

Harald Grill ist nicht nur ein Mensch, dessen Gewissen mit unverstellter Stimme spricht, sondern ein Dichter, der sein Erleben und Empfinden in Kunstgestalten zu übersetzen weiß. Seine Metaphern, Sprachspiele, Pointen prägen sich ein.
Albert von Schirnding
Laudatio  /  Friedrich-Baur-Preis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste


Nachdenklich, unprätentiös, mutig: Harald Grills bairische Gedichte.
MÜNCHNER MERKUR

Die Bilder in den Gedichten dieses empfindsamen Lyrikers, dessen Wohnort beziehungsreich ‚Wald‘ heißt, kom-men überwiegend aus dem alltäglich Bekannten. Aber wie er sie anderem Bekannten zuordnet, das führt beim Lesen zu einer ruhigen und damit gleichzeitig beunruhigenden Weitsicht.
Arnim Juhre in: ALLGEMEINES DEUTSCHES SONNTAGSBLATT

Der Autor geht in diese Geschichte hinein mit jener sprachlichen Legierung aus Kraft und Innigkeit, grausamer Wahrhaftigkeit und unsentimentaler Barmherzigkeit, zu der bayerische Dichter, die diesen Namen verdienen, fähig sind... Wie sollte verloren sein, wer in einer Geschichte vorkommt, deren Verfasser über eine Sprache wie diese verfügt?
Albert von Schirnding über "Hochzeit im Dunkeln"
in: SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

Sieben Jahre hat Grill an Hochzeit im Dunkeln' geschrieben. Frei erfunden nennt er Handlung und Person, dennoch ist erkennbar: Hier benutzt ein sensibler Wortesehöpfer die Literatur zur Darstellung einer Geschichte, wie sie vielfach sich zugetragen hat und wie er sie zum großen Teil selbst in der eigenen Familie sich erarbeitet hat. Unverkennbar ist der Lyriker auch in diesem Buch. Er hat jedes Schwafeln vermieden. Jeder Satz ist ein Konzentrat. Einfühlsame Bilder tragen die Handlung. Harald Grill hilft uns hinein in die Geschichte, die vergangen und doch in vielen Familien noch so präsent ist. Er hilft uns zurück in die Zeit des Neubeginns nach 1945, läßt uns teilhaben an den zerstörten Illusionen und neu aufkeimenden Hoffnungen, am Elend der Hungerjahre oder am Schicksal der Außenseiter. Grill schreibt aus dankbarer Erinnerung, für alle Generationen. Seine Botschaft: Die Kraft der Liebe vermag Ungeheures. Grills Debüt als Erzähler ist mehr als gelungen.
 PASSAUER NEUE PRESSE zu "Hochzeit im Dunkeln"

Harald Grill erzählt seine Geschichte vom Verlust und der Bewahrung von Menschlichkeit, vom Zusammenfinden der Außenseiter, mit behutsamer Genauigkeit und erweist sich darin als ein Nachfahre der epischen Tradition Altbayerns vom Schlage des Oskar Maria Graf.
Reinhard Wittmann, BAYERISCHER RUNDFUNK  zu "Hochzeit im Dunkeln"

"Ein Meisterwerk bayerischer Literatur."
BÜCHER AKTUELL  zu "Hochzeit im Dunkeln"